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JazzVocals
12.03.2014
Die JazzVocals stehen Rede und Antwort!

Die Seite »Vokalklang« hat es sich zur Aufgabe gemacht, sukzessive alle am Deutschen Chorwettbewerb teilnehmenden Chöre vorzustellen. Auch wir haben im Interview alles Preis gegeben.

Sämtliche Interviews findet ihr auf Facebook oder Twitter.

Unser Interview in ganzer Länge stellen wir euch natürlich gerne hier zur Verfügung. Wir freuen uns über euer Feedback bei Facebook oder hier im Gästebuch.



Von den Besten lernen...
Teil 2: JazzVocals

Teil 2 meiner Serie "Von den Besten lernen" widmet sich den JazzVocals, dem Berliner Siegerchor der Pop- und Jazzkategorie unter Leitung von Susanne Faatz.

Verratet ihr uns euer Erfolgsgeheimnis - was macht euren Chor besonders?

Die JazzVocals gibt es schon seit 23 Jahren und sind quasi miteinander aufgewachsen. Die meisten SängerInnen sind seit mehreren Jahren dabei und kennen sich aus Schulzeiten oder aus dem Freundeskreis. Wir sind quasi eine gut aussehende Familie, die zwar diskutiert, aber nicht streitet. Und diese gegenseitige Liebe und den gegenseitigen Respekt kann man bei unseren Auftritten hören und fühlen. Kein Wunder also, dass unser tiefster Bass seinem liebsten Alt bei einem JazzVocals-Auftritt einen Heiratsantrag gemacht hat.

Was muss jemand mitbringen, der bei euch mitsingen möchte? Wie wählt ihr neue Mitglieder aus? Schickt ihr manchmal auch Bewerber wieder nachhause?

Wir sind sehr eigen, was unsere Neubewerber angeht. Dadurch, dass wir eine bestimmte Anzahl an Mitgliedern nicht überschreiten wollen und eine ausgewogene Stimmgruppenverteilung anstreben, wählen wir nicht nur nach einer passenden Stimme, sondern auch nach einem passenden Typ Mensch aus - und der muss ein paar Hürden meistern: Zuerst gibt es ein kleines Vorsingen vor unserer Chorleiterin Susanne Faatz und den Stimmgruppenleitern. Wer das gemeistert hat, darf sich nun sechs Wochen lang bei den Proben bewähren. Nach Ende der Probephase sucht sich der Bewerber zwei Lieder aus dem ihm bis dahin bekannten Repertoire aus, die er mit Unterstützung von jeweils ein bis zwei Personen aus den anderen Stimmgruppen dem Chor (möglichst auswendig) vorträgt. Anschließend muss er den Probenraum verlassen und der Chor diskutiert, berät und stimmt über den Kandidaten ab. Wenn es menschlich und stimmlich passt, ist er ab sofort vollwertiges Mitglied. Und ja, wir schicken auch Bewerber wieder nach Hause.

Wie häufig probt ihr? Gibt es neben den Gesamtproben noch zusätzliche Stimm- oder Einzelproben? Wenn ja, wie häufig? Gibt es bei euch ein individuelles Stimmbildungsangebot?

Normalerweise proben wir einmal in der Woche für 2 ½ Stunden. In Vorbereitung auf wichtige Konzerte werden natürlich auch Extraproben angesetzt. Stimm- oder Einzelproben finden unregelmäßig während der Gesamtprobe statt, allerdings kommt es schon mal vor, dass man sich auch außerhalb der normalen Probe trifft. Wenn bestimmte Stellen oder ganze Stücke innerhalb der Probe schwierig zu lernen sind, findet man sich in Stimmgruppen oder in kompletter Chorstärke zusammen und probt bis die letzte Bahn fährt.

Wie wählt ihr eure Stücke aus? Gibt es Lieblingskomponisten/-arrangeure? Wo findet ihr Inspirationen?

Wir haben das Glück, dass einige unserer SängerInnen selbst arrangieren. Daher kommen viele Vorschläge natürlich aus dieser Richtung. Ansonsten sucht jeder im Chor, schon aus eigenem Interesse, seine Lieblingslieder oder schöne Songs von anderen Chören aus und gibt sie in einen Pool aus Vorschlägen. Und dann wird ausgewählt. Wir gehen natürlich auch auf Konzerte von anderen Ensembles, lassen uns dort inspirieren. Einige singen auch noch in anderen Chören oder Bands. Aus dieser Richtung kommen auch Ideen. Es gibt also viele verschiedene Bereiche, die das Programm der JazzVocals beeinflussen.

Lernt ihr jedes Jahr ein komplett neues Programm oder habt ihr ein stehendes Repertoire? Wie groß ist euer Repertoire aktuell?

Pro Konzert haben wir an die 20 Songs im Gepäck. Jedes Jahr ein neues Programm auf die Bühne zu bringen ist als Laienensemble nicht möglich. Allerdings kommen jedes Jahr bis zu 10 neue Lieder dazu bzw. werden alte Songs wieder aufgefrischt. Zur Zeit haben wir ein Repertoire von ca. 60 Songs, die aus dem Stehgreif gesungen werden könnten.

Wie viele Auftritte absolviert ihr durchschnittlich pro Jahr?

Das ist unterschiedlich. In Vorbereitung auf wichtige Konzerte nehmen wir uns die Freiheit, Angebote auszuschlagen und konzentrieren uns dann nur auf diesen einen Abend. Aber durchschnittlich kommen wir auf ca. 12 Konzerte im Jahr.

Nehmt ihr an Workshops teil? Gibt es einen Workshop/Dozenten, den ihr besonders empfehlen könnt?

Als Chor nehmen wir sehr gerne an Workshops bzw. Coachings teil. Wir sind sehr daran interessiert, uns von anderen Menschen/Chören/Ensembles inspirieren zu lassen und Techniken oder gedankliche Hilfestellungen bei bestimmten Liedern umzusetzen. Es gibt viele sehr gute Dozenten/Coaches, die man empfehlen kann. Von Tine Fris über Matthias Becker bis hin zu Felix Powroslo. Jeder hat eine eigene besondere Art und hat uns als Chor immer weiter gebracht. Besonders viel Spaß machen solche Workshop bei Chorfestivals, wie z.B. bei TOTAL CHORAL (www.totalchoral.de).

Habt ihr irgendwelche Tipps für Chöre, die es auch mal zum Bundeschorwettbewerb schaffen möchten?

Man sollte wissen, worauf man sich einlässt! Eine Wettbewerbsteilnahme ist nicht für jeden im Chor erstrebenswert und die Vorbereitungen können manchmal auch Geld kosten (Coachings/Chorfahrten etc.). Insofern sollte man sich als Chor einig sein, ob diese Herausforderung auch wirklich von allen mitgetragen wird.

Was erwartet uns bei eurem Wettbewerbsauftritt in Weimar?

Wir haben uns bemüht, ein abwechslungsreiches Programm zu erstellen. Zum einen möchten wir die Bandbreite zeigen, die die JazzVocals haben und auf der anderen Seite natürlich auch die Erfahrungen von anderen Konzerten mit reinbringen. Es gibt also einen bunten Mix, der qualitativ anspruchsvoll und gleichzeitig kurzweilig sein wird.

Zum Trost für alle Chöre, die nicht so toll klingen wie ihr: Gibt es auch Sachen, die bei euch nicht perfekt laufen?

Nein. Tut mir leid.

Scherz beiseite. Natürlich gibt es immer wieder Dinge, die nicht so laufen, wie wir uns das vorstellen. Auftritte, die nicht so funktionieren, wie gedacht. Proben, die nicht so laufen wie geplant. Lieder, die schwieriger zu lernen sind als angenommen. An allen Ecken und Enden gibt es immer wieder Dinge, die anders laufen als gedacht. So ist es überall. Einfach dranbleiben und weiter singen!

von Judith